Web 2.0 ist tot

In diversen Weblogs ist erneut eine Diskussion um den Begriff “Web 2.0” ausgebrochen. Im Read/WriteWeb schreibt Richard MacManus, dass er es satt habe ständig die Kritik um diesen Begriff zu hören und einem Artikel in ZDNet zustimme, dass der Begriff “Web 2.0” die derzeitige Entwicklung im Netz nicht richtig darstelle. Im diesem Artikel wird zum wiederholten Male darauf Aufmerksam gemacht, dass der Begriff ein Marketing-Slogan sei, der in einem Brainstorming entstanden ist. “It was coined by Dale Dougherty during a meeting between O’Reilly and Associates (a computer book publisher) and MediaLive International (an event organizer) as a marketable term for a series of conferences” (http://en.wikipedia.org/wiki/Web2.0). Im Weiteren wird in diesem Artikel angeführt, dass der Begriff Ähnlichkeit mit einer Versionsnummer habe. Es sehe so aus, als wäre Web 1.0 eine Vorläufer von Web 2.0 und im Web 3.0 werden Fehler von Web 2.0 eliminiert und Erweiterungen ergänzt. Darüber hinaus würde dieser Begriff Elemente miteinander vereinen, die eigentlich nichts miteinander zu tun hätten. Und wieder kommen die cleveren Marketingleute ins Spiel, die damit versuchen Kunden zu angeln: “Skeptics argue that the term is essentially meaningless, or that it means whatever its proponents decide that they want it to mean in order to convince the media and investors that they are creating something fundamentally new, rather than continuing to develop and use well-established technologies” (http://en.wikipedia.org/wiki/Web2.0). Interessant ist, dass beide in dem ZDNet Artikel zitierten Absätze in Wikipedia am 18.12.2005 und am 20.12.2005 von Benutzern entfernt wurden. Sie sind noch gemeinsam in der Version vom 18.12.2005 zu finden.

Als Resultat dieser im Jahr 2005 anhaltenden Diskussion um den Begriff “Web 2.0” hat Richard MacManus von Read/WriteWeb nun beschlossen dem Begriff, nicht den Technologien, den Rücken zu kehren. Er schreibt nicht mehr über “Web 2.0”, sondern über “Web Technology and Media”.

Der Begriff “Read/WriteWeb” wurde von Tim Berners-Lee das erste Mal erwähnt. Er stellt seine ursprüngliche Idee eines Webs dar, indem alle Benutzer gleichzeitig Informationskonsumenten wie auch Informationserzeuger sind. Eine andere Vorstellung von Tim Berners-Lee bezüglich der Entwicklung des Web ist das “Semantic Web”. “The Semantic Web is an extension of the current web in which information is given well-defined meaning, better enabling computers and people to work in cooperation” (The semantic web, Tim Berners-Lee, James Hendler and Ora Lassila, 2001). Im deutschsprachigen Wikipedia wird unter dem Begriff “Web 2.0” folgendes angemerkt: “Als Synonym für das Semantische Web wurde Web 2.0 auch benutzt. Die beiden Konzepte sind ähnlich und ergänzen sich. Die Kombination von sozialen Netzwerken wie FOAF und XFN zusammen mit der Entwicklung von Folksonomy verbreitet durch Weblogs, Soziale Lesezeichen und Wikis erschuf eine natürliche Basis für eine semantische Umgebung” (http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0).

Aber der Begriff “Semantic Web” scheint sich schwer durchzusetzen. Vielleicht weil er nicht so abstrakt ist wie “Web 2.0”, zu technisch klingt und man sich schwer die Funktionalitäten und Technologien aus dem Begriff heraus vorstellen kann, die ermöglicht und verwendet werden. Seit neustem hat nun auch Tim Berners-Lee einen Weblog. Zum Thema Weblog hat er in einem Interview bei den BBC Newsnight’s gesagt: ” When you write a blog, you don’t write complicated hypertext, you just write text, so I’m very, very happy to see that now it’s gone in the direction of becoming more of a creative medium”. Mal schauen, ob er sich in Zukunft in seinem eigenen Weblog zu dem Thema “Web 2.0” äußern wird.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *